Seminar KU-Nyûmon, Aragaki Seisan ôyô und Koryû no kon mit Olaf Krey in Laußnitz, 29.-31.2016


Laussnitz_2016

Schwarz-Weiß-Denken oder mangelnde Differenzierungsfähigkeit ist ein aktuell häufig zu beobachtendes Phänomen: wer nicht für uns ist – ist gegen uns, die sich daraus ergebende Radikalisierung nicht ein Phänomen, sondern unmittelbare Konsequenz. Im Gegensatz dazu steht die von Patrick McCarthy hanshi häufig erwähnte Maxime „Wichtig ist nicht, was uns unterscheidet, sondern was uns verbindet“. Von außen betrachtet ist Koryû-Uchinâdi ebenfalls schwarz-weiß strukturiert, hier enden jedoch für mich die Gemeinsamkeiten zur oben beschriebenen Beobachtung – kritisches Denken und Hinterfragen gegebener Fakten wird nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich gewünscht.
Dies jedoch nicht nur nach außen, sondern auf sich selbst anzuwenden erfordert Mut. Fehler zu erkennen und einzugestehen ist unangenehm, jedoch Bedingung, um vielleicht wieder einen Schritt nach vorn zu tun. Hilfreich auf diesem Weg ist natürlich die kritische Betrachtung der eigenen Übung durch Erfahrenere mit entsprechender Korrektur und Rückmeldung.
Eine solche Gelegenheit war mal wieder in intensiver Form das Seminar Koryū Uchinādi Kenpōjutsu & Yamane Ryū Kobujutsu mit Sensei Olaf Krey am 30./31. Januar 2016 in Laußnitz bei Königsbrück, welche intensiv durch zahlreiche Seminarteilnehmer aus Deutschland, Tschechien und Polen genutzt wurde. Von Freitagabend bis zum späten Sonntagnachmittag gab es in vielen Übungseinheiten die Möglichkeit, technische Detail- und Verständnisfragen zu klären, Feinheiten oder Prinzipien zu verbessern und zu üben, zu schwitzen, zu lachen, blaue Flecken zu kühlen, zu essen, zu trinken, das Gespräch zu suchen, sich selbst zu überprüfen und/oder überprüft zu werden. Potentiale und Verbesserungsmöglichkeiten wurden gezeigt, die es nun zu nutzen gilt. Vielen Dank an Olaf Krey für diese weitere Lernmöglichkeit, die zahlreichen Kritiken der Sempai und der vielen unterschiedlichen Übungspartner!

Sascha Ringel